Nun findet der Gottesdienst wieder in unserer Michaelskirche statt, allerdings unter strengen Hygieneauflagen. Weiterhin können Sie auch hier die aktuelle Predigt lesen.

Gottesdienst online – Pfingstsonntag, 31. Mai 2020

pfroseHeute ist Pfingsten. Wir feiern, dass Gott durch den Heiligen Geist zu uns kommt.

Gott spricht: Es soll nicht durch Herr oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen.

Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

* Liedtext: EG 556,1 +3

1. Der Geist von Gott weht wie der Wind auf Flügeln voller Frieden;

Wie Atem, der uns Leben gibt, hat er uns Ruh beschieden;

Wie Luft, die im Sturme aufersteht, dass alle Gewalt zu Ende geht, und kühle Brise weht.

2. Verborgen wirket Gottes Geist mit sanften, zarten Händen, wie Mutter uns die Wege weist, wo Angst und Trauer enden: Sie gibt uns Mut hindurchzusehn und aufeinander zuzugehen, umhüllt uns mit Verstehn.

 

*Eingangsgebet – Stilles Gebet:
Gott, du Schöpfer allen Lebens. Wir sind hierhergekommen mit unserer Sehnsucht nach Lebendigkeit und nach innerer Zufriedenheit.
Komm zu uns mit deinem Heiligen Geist, und wohne mitten unter uns, dass wir geliebt sind und erneuert werden.
Dies bitten wir für unsre Lieben, für die Menschen nah und fern und für uns:
Wir beten in der Stille und bringen unsere ganz persönlichen Anliegen vor dich:
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Herr, du erhörst mein Gebet und gibst meiner Seele große Kraft. Amen.

Textlesung mit 2 Sprechern:

Rüb:
Was wäre, wenn es anders gekommen wäre?
Parodie auf Pfingsten: Nicht ganz ernst zu nehmenAls der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Sie freuten sich beieinander zu sein. Am Himmel regte sich kein Lüftchen. So kam es, dass alle unter sich blieben. Keiner störte sie. Die Fenster öffneten sie nur gelegentlich um ein wenig zu lüften. Nette Geschichte, aber so war es nicht.

KGR:
Lesung: Apg 2, 1-3:
Dann kam der Pfingsttag. Alle, die zu Jesus gehört hatten, waren an einem Ort versammelt. Plötzlich kam vom Himmel her ein Rauschen wie von einem starken Wind. Das Rauschen erfüllte das ganze Haus, in dem sie sich aufhielten. Dann erschien ihnen etwas wie züngelnde Flammen. Die verteilten sich und ließen sich auf jedem Einzelnen von ihnen nieder.“

Rüb:
Parodie von Pfingsten. Was wäre wenn…
Angenommen: Draußen auf der Straße tummelten sich viele Leute aus aller Herren Länder.
Sie redeten über vieles. Auch über Jesus und die Jünger. „Man hört nichts mehr von der Sache. Hat sich wohl erledigt“, sagten sie.
Aber so war´s nicht.

KGR:
Lesung: Apg 4-6
Alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt. Sie begannen, in fremden Sprachen zu reden – ganz so, wie der Geist es ihnen eingab. In Jerusalem lebten auch fromme Juden aus aller Welt, die sich hier niedergelassen hatten. Als das Rauschen einsetzte, strömten sie zusammen. Sie waren verstört, denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.“

Rüb:
Nochmal Parodie von Pfingsten. Hätte auch anders sein können.
Angenommen:
Die Jünger trafen sich noch öfter. Wurden älter. Fingen an sich zu langweilen. Mittelmäßigkeit überall. Mit den Jahren starben sie. So ging die Sache Jesu zu Ende. Man redete nicht mehr darüber. War wohl belanglos. War wohl eine Art Eintagsfliege.
Aber so war´s nicht.

KGR:
Lesung: Apg 2, 7-8. 11 b -13
Erstaunt und verwundert sagten sie: Sind das denn nicht alles Leute aus Galiläa, die hier reden? Wie kommt es, dass jeder von uns sie in seiner Muttersprache reden hört? Wir alle hören diese Leute in unseren eigenen Sprachen erzählen, was Gott Großes getan hat.` Erstaunt und ratlos sagte einer zum anderen: Was hat das wohl zu bedeuten Wieder andere spotteten: Sie haben zu viel neuen Wein getrunken!“

*Kurzpredigt: zu Apg 2, 1-8. 11b-13
Ein ganz normales Haus wird zum Zentrum des Geschehens.
Unbekannte Menschen werden interessant. Fremde bekommen miteinander zu tun. Viele finden sich auf einmal als Gemeinschaft wieder.
Vor Überraschungen ist keiner sicher. Gottes Kraft wie Sturm und Leuchtfeuer.

Da ist Veränderung und Schwung. Gott ist da, ganz wirklich und doch nicht zu greifen: wie das Licht der Augen und wie die Luft, die wir atmen.
Der Geist weht wo er will. Kurt Marti hat mit einem Schmunzeln einen Vers über den Geist gereimt: "Der Heilige Geist ist keine Zimmerlinde, / vielmehr vergleicht die Schrift ihn mit dem Winde.

Eine Sternstunde der Verkündigung. Mission mit Power. Unverfügbar für die Menschen.
Lukas erzählt vom Wunder des Aufbruchs.

Diese Jesusanhänger sind nicht sonderlich gebildet. haben auch keine besonderen Sprachprüfungen abgelegt. Sie sind vielmehr vom Geist Gottes ergriffen und das verleiht ihnen die Fähigkeit, über alle Sprachbarrieren hinweg Menschen aller Nationen und Kulturen zu erreichen.

Da entsteht ein Wir-Gefühl, das aus dem gemeinsamen Geist kommt.

Es ist gut, dass wir Feste haben:
"Ohne Feste wäre diese Welt, wäre unser Leben kaum auszuhalten," sagt Kurt Marti, der Schweizer Theologe und Dichter.
"Dies ist der tiefere Sinn von Festen,“ sagt er, „Hoffnung zu festigen, zu stärken auf eine menschlichere Welt." Feste zeigen, wie es einmal sein soll: dass es einmal anderszugehen könnte in unserer Welt - dass wir auf eine menschlichere Welt hoffen.
Wir brauchen solche Feste als Gegenentwurf zu einer Welt, in der andere bedroht und beschimpft werden.
An Pfingsten wird gefeiert, was von niemandem verwaltet wird, was keine Institution der Erde organisieren kann - auch keine Kirche, keine Religion - und was doch alle berührt: der Atem des Lebens.
Der innerste Funke, Gottes Geist.

Die Vielfalt trennt die Menschen nicht. Trotz aller Unterschiede sind sie verbunden miteinander. Sie verstehen sich ohne Worte, aus dem Herzen heraus, weil sie alle Menschen sind. Pfingsten ist ein Fest der Vielfalt.

Pfingsten ist die Neugier darauf zu verstehen, was den anderen bewegt und beseelt, aber auch was ihn verletzt und bedrückt. Der Geist sperrt nicht ein sondern lässt dem anderen, auch mir selbst, den Raum, anders zu sein. Pfingsten nimmt uns die Angst voreinander, aus der alle Gewalt und Bosheit kommt. Aus Pfingsten wird Kirche und Gemeinde. Amen.

*Fürbittengebet -Vater unser:

Barmherziger Gott, du hast uns deinen Geist geschenkt, den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.Erneuere uns, wo wir unsere Bestimmung aus den Augen verloren haben. Beschenke uns mit innerer Stärke.Erneuere uns, wo es an Liebe fehlt, wo Menschen sich auseinandergelebt haben.Erneuere uns zu guten Worten und Hilfe am Krankenbett, in Überforderung, in den komplizierten und anstrengenden Alltagsaufgaben.Erneuere uns, dass wir an der Vision der Einheit der Kirche festhalten, dass die Konfessionen trotz aller Unterschiede gemeinsam dein Wort verkündigen.

Erneuere die Welt, dass Besonnenheit, Geistesgegenwart und Verantwortung füreinander die Leitschnur sind.

Wir beten im Namen und mit den Worten Jesu:

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

*Segen:

Der allmächtige Gott gebe uns seinen Geist, der wie Feuer ist und Sturm, wie Worte, die alle verstehen.
Der gütige Gott gebe uns seinen Geist, der zusammenführt und neu werden lässt.
Der Segen unseres Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, komme auf euch herab und bleibe bei euch allezeit. Amen.

Ein gesegnetes Pfingstfest wünscht Ihnen

Ihre Pfarrerin Annette Rüb

 

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