6. Sonntag der Passionszeit

Palmsonntag

5. April 2020

Wochenspruch Johannes 3, 14-15

Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.

Wir feiern diesen Gottesdienst

Im Namen Gottes – des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen

Ich begrüße sie recht herzlich zu unserem Online Gottesdienst und freue mich, dass Sie dieses Angebot nutzen.


Psalm 69

Sei mir nahe, denn mir ist angst.

Gott, hilf mir!
Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle.

Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist;

ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen.

Ich habe mich müde geschrien, mein Hals ist heiser.

Meine Augen sind trübe geworden, weil ich so lange harren muss auf meinen Gott.

Ich aber bete, HERR, zu dir zur Zeit der Gnade; Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.

Errette mich aus dem Schlamm, dass ich nicht versinke,

dass ich errettet werde vor denen, die mich hassen, und aus den tiefen Wassern;

dass mich die Wasserflut nicht ersäufe und die Tiefe nicht verschlinge und das Loch des Brunnens sich nicht über mir schließe.

Erhöre mich, HERR, denn deine Güte ist tröstlich; wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knecht, denn mir ist angst; erhöre mich eilends.

Nahe dich meiner Seele und erlöse sie, erlöse mich um meiner Feinde willen.

Gott, deine Hilfe schütze mich!


Wir beten:

Herr Jesus Christus,

danke, dass du den schweren Weg ans Kreuz für uns gegangen bist.

Du hast uns den Weg zum Vater frei gemacht. Alle Schuld ist vergeben.

Auch unsere Wege gehst du mit, gerade jetzt in diesen unwirklichen Zeiten bist du da.

Oft wissen wir nicht, welcher Weg der richtige ist.

Wir brauchen deinen Rat so dringend.

Wir brauchen dein Wort, das uns die Richtung weist.

Das uns zurecht bringt und frei macht.

Lass uns jetzt dein Wort hören, dass es unser Herz erreicht.

Nimm du unsere Angst und Sorgen damit wir zur Ruhe kommen

Lass deine Liebe groß werden in unserem Leben.

In der Stille sind wir nun vor dir


Schriftlesung Johannes 12, 12-19   (aus Hoffnung Für Alle)

Jesus wird als König empfangen

12 Am nächsten Tag verbreitete sich unter der Volksmenge, die zum Passahfest gekommen war, die Nachricht: Jesus ist auf dem Weg nach Jerusalem.

13 Da nahmen die Menschen Palmenzweige, liefen Jesus entgegen und riefen ihm begeistert zu: »Gelobt sei Gott! Gepriesen sei, der in Gottes Auftrag kommt, der König von Israel!«

14 Jesus ließ sich ein Eselfohlen bringen und ritt auf ihm in die Stadt. Damit erfüllte sich das Prophetenwort:

15 »Fürchtet euch nicht, ihr Menschen auf dem Berg Zion! Euer König kommt! Er reitet auf einem Eselfohlen.«

16 Doch das verstanden seine Jünger damals noch nicht. Erst nachdem Jesus in Gottes Herrlichkeit zurückgekehrt war, begriffen sie, dass sich mit dem, was hier geschah, die Voraussage der Heiligen Schrift erfüllt hatte.

17 Alle, die dabei gewesen waren, als Jesus Lazarus aus dem Grab gerufen und wieder zum Leben erweckt hatte, hatten es weitererzählt.

18 Deswegen liefen Jesus jetzt auch so viele Menschen entgegen. Sie wollten den Mann sehen, der ein solches Wunder vollbracht hatte.

19 Nur die Pharisäer warfen sich gegenseitig vor: »Nun seht ihr, dass ihr so nichts erreicht! Alle Welt rennt ihm hinterher!«

Predigttext HFA Markus 14, 3-9

Ein Vermögen für Jesus

3 Jesus war in Betanien zu Gast bei Simon, der früher einmal aussätzig gewesen war.

Während der Mahlzeit kam eine Frau herein.

In ihren Händen hielt sie ein Fläschchen mit reinem, kostbarem Nardenöl.

Sie öffnete das Gefäß und salbte mit dem Öl den Kopf von Jesus.

4 Darüber regten sich einige Gäste auf: »Das ist ja die reinste Verschwendung!

5 Dieses Öl ist mindestens 300 Silberstücke wert. Man hätte es lieber verkaufen und das Geld den Armen geben sollen!

So machten sie der Frau heftige Vorwürfe.

6 Aber Jesus sagte: »Lasst sie in Ruhe! Warum macht ihr der Frau Schwierigkeiten? Sie hat etwas Gutes für mich getan.

7 Arme, die eure Hilfe nötig haben, wird es immer geben. Ihnen könnt ihr helfen, sooft ihr wollt. Ich dagegen bin nicht mehr lange bei euch.

8 Diese Frau hat getan, was sie konnte: Mit diesem Salböl hat sie meinen Körper für mein Begräbnis vorbereitet.

9 Ich versichere euch: Überall in der Welt, wo Gottes rettende Botschaft verkündet wird, wird man auch von dieser Frau sprechen und von dem, was sie getan hat.«

Liebe Gemeinde

Da steht sie, die unbekannte Frau. Sie hält eine Kostbarkeit in ihren Händen.

Ein Gefäß mit Salböl. Eine Kostbarkeit zur damaligen Zeit.

Denn das Gefäß enthält reines Nardenöl - aus Indien importiert.

300 Silbergroschen hat sie dafür bezahlen müssen, so viel wie ein ganzer Jahresverdienst

zu dieser Zeit.

Ich stelle mir vor wie sie dasteht, mit klopfendem Herzen allen Mut zusammenreißend

und dann tut sie es einfach, sie geht auf Jesus zu, nimmt das Gefäß, öffnet es und lässt das Öl über seinen Kopf laufen.

Können Sie sich die Gesichter der anderen Gäste vorstellen?

Es wird wohl eine Männerrunde gewesen sein, die wie es damals üblich war um den Tisch herum lag.

Mit offenem Mund, sprachlos, vielleicht entsetzt.

Was um alles in der Welt tut diese Frau da??

Das kann sie doch nicht machen.

Nach der ersten Schockstarre geht es auch schon los.

Das ist ja die reinste Verschwendung.

Was will die den hier?

Diese Frau…… sie gießt in einem kurzen Augenblick ein Vermögen über Jesus aus einen Jahresverdienst.

Auf uns heute übertragen sind das vielleicht 20.000 Euro gewesen.

Der Duft des Öls muss den ganzen Raum erfüllt haben.

Es ist nicht zu begreifen. Was hätte man mit diesem Geld alles machen können


Vergeudet?

Und Jesus? Aufmerksam wendet er sich ihr zu.

Er versteht sie und lässt es geschehen.

Was für ein Moment. Zutiefst fühlt sich diese Frau nun mit Jesus verbunden.

Sie fühlt und spürt Er versteht sie.

Lasst sie!!

Mit ruhigem Ton, der dem Wirrwarr der Stimmen Einhalt gebietet, spricht Jesus zu den Männern.

Warum bringt ihr sie in Verlegenheit?

Sie hat ein gutes Werk an mir getan.

Arme habt ihr immer bei euch, und wenn ihr wollt könnt ihr ihnen jederzeit etwas Gutes tun.

Mich habt ihr nicht immer bei euch.

Sie hat meinen Leib im Voraus für mein Begräbnis gesalbt.

Jesus sieht tiefer, sieht weiter. Er wusste das sein Weg bald ans Kreuz gehen würde.


Liebe rechnet nicht

So ist das mit der Liebe. Sie rechnet nicht, sondern will dem Geliebten etwas Gutes tun.

Ganz egal, was Andere darüber denken.

Die Liebe dieser Frau ist stärker als die gesellschaftlichen Regeln.

Ihr Herz läuft über das muss jetzt einfach sein.

Es wird uns in diesem Text nicht erzählt was Sie mit Jesus erlebt hatte.

Vielleicht hatte er sie geheilt oder ihr verletztes Herz wieder hergestellt……….

Fakt ist, er hatte sie zu tiefst berührt und das ließ diese große Liebe in ihr wachsen.

 jesus

Liebe spürt, was jetzt dran ist

Was denken Sie über die Aktion der Frau?

Macht es Sinn, Geld auszugeben und Gott ganz direkt zu ehren?

Wie könnte das aussehen?

Es gibt ja auch Stimmen die sagen, das ist total unnötig.

Die Frau in Betanien hat etwas wichtiges getan.

Das hat auch Jesus selbst so gesehen und gesagt.

Sie hat ihn gestärkt für den Weg zum Kreuz, der vor ihm lag.

Sein Tod war ja bereits beschlossene Sache.

Was mich bewegt ist das Gespür dieser Frau. Sie spürt, was jetzt dran ist.

In ihrem Fall und zu diesem Zeitpunkt.

Und dann macht sie es, ohne mit der Wimper zu zucken.

Zur Ehre Jesu – koste es, was es wolle

Jemand, der auch ohne mit der Wimper zu zucken etwas zur Ehre Jesu getan hat – obwohl ihn viele für verrückt erklärten, war Eric Liddell.

Eric war ein sehr begabter Läufer aus Schottland. Seine Spezialdisziplin war der 100-Meter-Lauf. Eric war Christ, Sohn von Missionaren, und er wollte – wie seine Eltern – als Missionar nach China.

1924 nahm er für Großbritannien an den olympischen Spielen in Paris teil.

Er ging in die olympische Geschichte ein.

Einer der Gründe dafür: Er ist sonntags nie gelaufen. Ja, sie haben richtig gehört.

Der Sonntag gehörte bei Eric Liddell ganz Gott. Deshalb ging er sonntags in den Gottesdienst oder predigte selbst in Gottesdiensten. Und das machte er auch so in Paris während der Sommerspiele.

Eric war 1924 der klare Favorit für den 100-Meter-Lauf. Doch der Vorlauf dafür fand sonntags statt.

Deshalb erklärte er dem britischen olympischen Komitee, dass er nicht antreten könne. Können Sie sich vorstellen, was das auslöste?

Eric wurde in den britischen Zeitungen unter anderem als Vaterlandsverräter beschimpft.

Er war geschockt darüber, aber er blieb bei seiner Meinung. Verrückt!

So könnte man sagen. Doch für Eric waren seine Prioritäten klar.

Er zeigte seine Liebe für Jesus Christus auf diese Weise aller Welt.

Auch wenn diese Welt kein Verständnis dafür hatte.

Eric hat dann an den 200- und 400-Meter-Läufen teilgenommen, denn diese berührten nicht den Sonntag. Bei diesen Disziplinen galt er aber als Außenseiter.

Dennoch gewann er im 200-Meter-Lauf die Bronze-Medaille.

Vor dem 400-Meter-Lauf wurde ihm eine Notiz auf sein Hotelzimmer geschickt.

Sie lautete: »Im Alten Testament heißt es: »Die, die mich ehren, werde ich ehren.«

Ich wünsche Dir Erfolg in allen Dingen.« Das war ein Zitat aus 1. Samuel 2, 30.

unterzeichnet war die Notiz vom Masseur der britischen Mannschaft. Diese Ermutigung bedeutete Eric sehr viel.

Ja, und dann ging’s zum Start. Zur Überraschung aller holte Eric im 400-Meter-Lauf nicht nur die Goldmedaille für Großbritannien, sondern er, der 100-Meter-Läufer, lief auch noch einen neuen Weltrekord über 400 Meter. Das war eine absolute Sensation!

Gott ehrt, die ihn ehren. Das hat sich in diesem Fall ungewöhnlich schnell gezeigt


Die Frau aus Bethanien—der Schotte Eric Liddel – und wir?

Lassen sie uns doch einmal überlegen wie wir Jesus unsere Liebe zeigen können.

Ist er uns wichtiger als anderes?

Ich persönlich denke, je mehr ich mich öffne für ihn, mit ihm rede, ihn in mein Herz hineinlasse und seine Liebe zu mir zulasse, wird auch meine Liebe zu ihm wachsen.

Unser Leben mit Jesus ist eine Liebesgeschichte.

Da geht es nicht um Leistung und Berechnung

Er hat mich schon geliebt bevor ich geboren bin.

Er möchte mich heben und tragen bis ich alt und grau geworden bin.

In seinen Augen bin ich unendlich wertvoll und für die Ewigkeit bestimmt.

Er ist für mich ans Kreuz gegangen.

Alle Schuld, alles Versagen ist vergeben.

Der Weg zum Vater ist nun frei.

Glauben heißt Vertrauen, dass er es gut mit mir meint.

Im Leben und im Sterben.

Ich wünsche uns, dass wir dies immer wieder neu glauben können.

Das ist ein lebenslanger Prozess, ich bin da noch am Üben und spüre auch immer mal wieder meine Unfreiheit

Freue mich aber, wenn ich dann doch über meinen Schatten springen konnte.

Was mir hilft ist, diesen Schatten anzusehen.

Zu überlegen, was mich hindert, was meine Angst ist, welche Sorgen ich mir mache.

Und dann bitte ich Jesus, in meine Angst hinein zu kommen.

Ich bitte ihn, mir seine Liebe zu zeigen und mir Freiheit zu schenken.

Die Freiheit dieser Frau in Bethanien oder die Freiheit eines Eric Liddell.

Wie gut, dass unser Gott unendlich viel Geduld mit mir und uns allen hat!!

Amen

 palmso

Fürbittengebet

Jesus Christus,
du bist in unsere Welt gekommen, um uns die Liebe des Vaters zu zeigen.
Du lädst uns ein, dir nachzufolgen auf dem Weg, der in die Ewigkeit führt.
Hilf uns dir zu vertrauen.
Du siehst unsere Zeit, die gerade jetzt so schwierig ist.
Die Angst vor dem Virus bestimmt unser Leben, alles steht Kopf.
Wir bitten dich für die Menschen, die erkrankt sind.
Für die, die um ihr Leben ringen in den Krankenhäusern.
Für das Personal, dass am Limit arbeitet.
Lass sie deine Nähe spüren.

Wir rufen zu dir: Herr erbarme dich!

Bitte vergib uns, wenn wir deine Liebe geringgeschätzt haben und uns vor allem um uns selbst drehen.
Vergib uns, wenn wir meinen unser Leben selbst sichern zu können, oder denken, dass unser Leben nicht glücklich sein kann, wenn wir dich zu sehr in den Mittelpunkt stellen.

Herr erbarme dich!

Himmlischer Vater,
unsere Welt mit all ihren Nöten
das Virus, die Kriege, den Terrorismus, …….
den Hunger, die Angst………
legen wir in deine Hände:

Herr erbarme dich!

Wir bitten dich für unsere Regierung, für alle die in diesen Tagen große Verantwortung tragen. Stehe du ihnen bei. Schenke du Weisheit und Klarheit in allen Entscheidungen.

Wir rufen: Herr erbarme dich!

Vater Unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name
Dein Reich komme
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld
Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern
Und führe uns nicht in Versuchung
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit

Amen

Segen

Empfangt den Segen des Herrn:
Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir
und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich
und gebe dir Frieden.

Amen

Ich wünsche ihnen einen gesegneten Sonntag.

Bleiben sie gesund, behütet und bewahrt.

Ihre Ingrid Rinke

 

FUVI0111ADANAUL
FREE Joomla! template "Adana"
joomla 1.6 templates by funky-visions.de